Wer ist dieser Wesley

I. Wo kommen wir her

Der Methodismus nahm seinen Anfang im Dienst des englischen Pastors John Wesley, der mit seinem Bruder Charles als Begründer des Methodismus gilt.
In einer Zeit der "flachen Predigt , einer liberalen und weitgehend am Menschen uninteressierten anglikanischen Kirche versuchten die Brüder schon während ihres Studiums ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen Dieses strenge Befolgen von selbst auferlegten Regeln zum Leben, zum Glauben und zum Bibelstudium trug ihnen die Spottnamen "Bibelmotten " und "Methodisten " ein.

Dieser letztere Name sollte später das Markenzeichen der Kirche sein. Allerdings verstand man "Heiligung " noch ganz im Sinne der Werksgerechtigkeit, so als ob man selber etwas dazu tun könne, Gott wohlgefällig zu sein Nach dem Leitwort des Grafen Nikolaus von Zinzendorf "Ohne Gemeinschaft konstatiere ich kein Christentum " begründete er 1736 erstmals Gemeinschaften innerhalb der Ortsgemeinde die "Klassen" waren geboren.
Am Abend des 24 Mai 1738 bekehrte sich John Wesley, während er in einer religiösen Gesellschaft in der Aldersgatestreet einen Abend zur Luthervorrede zum Römerbrief hielt. Ihm geschah wie Luther: "Allein aus Gnaden seid ihr gerettet"

Viele anglikanische Kirchen verschlossen sich der Predigt der Wesley-Brüder, so dass ab dem 17. Februar 1739 Gottesdienste auch im Freien außerhalb der Kirchgebäude abgehalten wurden.

John Wesleys Wort "Die ganze Welt ist mein Kirchspiel", (meine Pfarrei) "Seelen retten mein Beruf", legte den Grundstein für die missionarische Kraft des Methodismus der von England aus über die ganze Welt gehen sollte.

Irgendwann zw . 1760 und 1766 ließ sich ohne offiziellen Auftrag der nordirische Methodist Robert Strawbridge in Maryland (Amerika) nieder. Anderen Quellen zufolge gelangte der Methodismus durch die Deutschen Barbara Heck und Philip Imburg (später Embury ) nach einer Bekehrung bei Wesley direkt nach New York. Ab 1771 war offiziell Francis Asbury nach Amerika entsandt.

Wie auch immer, der kurz darauf ausbrechende Unabhängigkeitskrieg führte recht bald auch zur Unabhängigkeit der amerikanischen Methodisten von den englischen Methodisten.

Im Jahr 1784 fand in Baltimore eine allgemeine Konferenz statt, bei der Dr. Coke und eben Francis Asbury zu Superintendenten gewählt wurden. Kurze Zeit später bürgerte sich für diese Funktion der Name Bischof ein.

So gab es nun eine wesleyanisch geprägte methodistische Bewegung , die in England beheimatet war und eine bischöfliche methodistische Kirche, die in Amerika beheimatet war. Schon früh arbeiteten dort deutsche Auswanderer mit. Viele dieser Auswanderer, die sich in Amerika bekehrt hatten, erhielten den Ruf , zurück nach Deutschland zu gehen.

Hier in Deutschland sollten sich beide Bewegungen wieder begegnen. Das Wirken der bischöflichen Methodisten war besonders im Hamburg / Bremer Raum vertreten, das der wesleyanischen Methodisten war besonders stark in Württemberg. Beide Bewegungen arbeiteten miteinander, aber der Nachteil der deutschen "Wesleyaner , nämlich nicht Sitz und Stimme bei den Konferenzen zu haben, hemmte die Entwicklung und führte 1897 dazu, das im Einvernehmen mit der britischen Methodistenkirche alle deutschen wesleyanischen Methodistengemeinschaften in die bischöfliche Methodistenkirche in Deutschland integriert wurden.