VIII. 1968 bis 1974, Bauen und Vertrauen

Aus dieser Zeit ist auch dieser Bericht vom damaligen Pastor Horst Sterzel
"Wir wollten zu einer Evangelisation in Limbach-Oberfrohna einladen Dazu stellten wir, weil es keine anderen Möglichkeiten gab , die Einladungszettel auf einem Wachs-Matrizen-Gerät her. Ich ermutigte die Gemeinde fleißig einzuladen. Eine Frau war so eifrig , das sie in mehreren Häusern diese Zettel unadressiert ins Treppenhaus legte. Da dieses gegen das sogenannte Pressegesetz verstieß , wurde ich nach Karl-Marx-Stadt zitiert und wurde in einem Gremium

wie ein Sünder, der seinen Richtern Antwort geben muss regelrecht "abgeurteilt. Die Strafe lautete 1000 Mark. Ich bekam ich von Gott her den Einfall zu sagen: Soviel Geld habe weder ich noch meine Gemeinde. Ich beantrage, dass ich die Strafe absitzen darf.
Damit habe ich das Gremium in eine große Ratlosigkeit gestürzt und nach 15-minütiger Beratung wurde ich wieder vor das Gremium gerufen Man verkündete mir, dass es bei einem Verweis bleibe.
So gesehen waren wir in unserer kirchlichen Arbeit schon behindert, es gab immer kleine Querelen, aber heute können wir feststellen, dass wir oftmals zu ängstlich waren und uns Dinge nicht getraut haben die wir uns hätten trauen sollen."

Sicher gab es schon lange einen Bauausschuss, jedoch tauchen 1969erstmals Aufzeichnungen eines Bauausschusses auf, in den der Finanzausschuss integriert war. Gewählt wurde damals Dr. Klaus Schröter, der das Amt bis 2003 betreute. Interessant ist es in den Unterlagen und Protokollen zu blättern.

Nebenstehendes Bild von 1959zeigt unsere Kirche nach dem Einbau der Heizungsanlage und endlich war das leidliche Öfenheizen im Kirchraum nicht mehr nötig.

Da gibt es 1969Beschwerden unsererseits bei der Polizei, weil Fremde auf unserem Grundstück immer wieder Schutt und Müll abluden. Man erfährt von Sorgen, die der erneuerungsbedürftige Gartenzaun an der Dresdner Straße verursachte. Dieser Zaun und die Mauer waren 1952 allein von Alfred Eremitaggio wieder aufgesetzt worden.
Wir lesen von der störanfälligen und klangunreinen Elektronenorgel und dem weiteren Ausbau des Nebengebäudes der
Erlöserkirche, das inzwischen Hausmeisterwohnung, Bibelstundensaal und Trockentoiletten beherbergte.

Wir finden aber auch Aufzeichnungen über tausende freiwillig geleisteter Arbeitsstunden und von den stets zu knappen Geldmitteln.
Wer kennt sie noch die damals fleißigen Brüder Eremitaggio, Gersel, Kaiser, Kreher, und Werner?

Die zu dieser Zeit jungen Brüder Klaus Rochlitzer, Peter Rochlitzer, Dr. Klaus Schröter und Hans-Jürgen Lippert sind inzwischen die Senioren der Gemeinde.

Aus dieser Zeit ist auch dieser Bericht vom damaligen Pastor Horst Sterzel
"Wir wollten zu einer Evangelisation in Limbach-Oberfrohna einladen Dazu stellten wir, weil es keine anderen Möglichkeiten gab , die Einladungszettel auf einem Wachs-Matrizen-Gerät her. Ich ermutigte die Gemeinde fleißig einzuladen. Eine Frau war so eifrig , das sie in mehreren Häusern diese Zettel unadressiert ins Treppenhaus legte. Da dieses gegen das sogenannte Pressegesetz verstieß , wurde ich nach Karl-Marx-Stadt zitiert und wurde in einem Gremium wie ein Sünder, der seinen Richtern Antwort geben muss regelrecht "abgeurteilt. Die Strafe lautete 1000 Mark. Ich bekam ich von Gott her den Einfall zu sagen: Soviel Geld habe weder ich noch meine Gemeinde. Ich beantrage, dass ich die Strafe absitzen darf.
Damit habe ich das Gremium in eine große Ratlosigkeit gestürzt und nach 15-minütiger Beratung wurde ich wieder vor das Gremium gerufen Man verkündete mir, dass es bei einem Verweis bleibe.
So gesehen waren wir in unserer kirchlichen Arbeit schon behindert, es gab immer kleine Querelen, aber heute können wir feststellen, dass wir oftmals zu ängstlich waren und uns Dinge nicht getraut haben die wir uns hätten trauen sollen."

IX. Gemeindeleben bis 1985

1974 stand ein Wechsel des Gemeindepastors an. Wir erhielten Pastor Eduard Riedner, der bis 1986in der Erlöserkirche und den Außengemeinden seinen Dienst verrichtete. 1979war eine Rekonstruktion der Heizungsanlage der Kirche für 20.000,- Mark und die Isolierung des Bodens und der Fenster der Kirche für 9.000,- Mark fällig, wobei bei der Stadt um Bilanzanteile gerungen werden musste. Material gab es nur auf Bilanz. Im kircheneigenen Wohnhaus Klarastraße 43 gab es Sorgen mit der Heizung und dem Einrichten einer Gemeinschaftsantenne währenddessen uns auf dem Grundstück der Erlöserkirche die Eigentumsgaragen zum Problem wurden.

Aber nicht die Bauprobleme waren das kirchliche Leben, sondern die Menschen die hier ihren Glauben leben und ausleben konnten.
Eine neue Generation von Mitarbeitern war herangewachsen bzw. herzu gezogen wie z.B. auch Klaus u Reinhilde Rochlitzer, Christoph Härtel und Familie Ute und Wilfried Landrock sowie Lothar u Anne Kautsch. Ruth Gersel erinnert sich noch immer gerne an die schönen Gemeindefeste:

"Die Feste waren immer ein schöner Höhepunkt Alle waren zusammen. Einmal hat Dr. Schröter eine Modenschau moderiert, das konnte er nämlich sehr gut. Dabei ist Klaus Rochlitzer mit einer alten Badehose bekleidet unter lautem Jubel Aller in eine Blechwanne gesprungen und hat gebadet. In der Nische neben der Eingangstür haben wir ein anderes Mal hinter einem Vorhang verschiedene Dinge deponiert Jemand steckte dahinter und wenn immer Christoph Härtel oder Peter Rochlitzer sagten, Bruder SoUndSo würde jetzt "angeln ", wurden "passende " Sachen wie alte Schuhe und Hüte an die Angel gebunden. Bei den Kindern waren es kleine Geschenke und Süßigkeiten, das hat allen viel Spaß gemacht und von den Festen waren die Kinder immer begeistert.

X. Bischof Armin Härtel ist unser Pastor , Wende

1986 bis 1992 diente der Gemeinde Pastor Armin Härtel, der nach dem Ableben seiner Frau vom Amt des Bischofs zurücktrat. Bereits am Anfang dieser Amtsperiode war das Nebengebäude auf eine Warmwasserheizung umgestellt worden, nachdem ein Heizraum mit Kesseleinbau, Schornstein und Kohlebunker fertig gestellt waren. Gleichzeitig verschwanden die unter demselben Dach angebrachten Trockenklos zugunsten einer modernen IWC-Toilettenanlage, wobei Fußböden und Wände einen Kachelbelag erhielten.
Nachdem uns bereits ein Fond für eine neue Orgel über 25.000,- Mark genehmigt worden war, konnte uns am 17.12.1987 von der Firma Sauer die neue Orgel übergeben werden. Am 20.12.1987 wurde sie während eines Festgottesdienstes durch Pastor Fleischmann eingeweiht. Der Gesamtpreis belief sich auf 50.066,02 Mark. Für unsere Orgel mussten die im Altarraum die bestehenden Podeste

entfernt werden Wir errichteten ein neues asymmetrisches Podest, ausgeführt in mit roten Klinkern. Das kostete tägliche Arbeitseinsätze über 2 Wochen und anschließend Putz- und Malerarbeiten. Von der genannten Gesamtsumme brachte die Erlöserkirchgemeinde 27.707,02 Mark auf. Den Rest also 22.3 59,00 Mark, erhielten wir vom DDR-Staat als so genannte "Stützung " geschenkt, heute kaum noch zu glauben.
Wir können es nur als ein Wunder bezeichnen, das Gott uns so geführt hatte.

Hans Jürgen Lippert beschreibt: "Unsere Orgel hat 586 Pfeifen und 8Register und wurde Ende 1979 bestellt. Die Lieferzeit sollte 8 Jahre dauern. Unser Glück war es, dass dies 1979 geschah, denn ab dem Folgejahr waren Orgeln nur noch gegen Devisen (Westgeld oder Dollar) zu bestellen. So gesehen sind wir eine der letzten Gemeinden im Osten, die ihre Orgel in Ostgeld bestellt und bezahlt hat.

Der Orgelmotor "Ventus" wurde uns von unserer Oldenburger Partnergemeinde geschenkt, ein Teil das in der gewünschten Güte damals in der DDR nicht erhältlich war. Wir benötigten dafür selbstverständlich eine Einfuhrgenehmigung, die uns von den hiesigen Dienststelen bewilligt wurde.

In diesem Zeitraum haben die Brüder Andre Rochlitzer und Frank Bennewitz an der Giebelseite des Kircheneingangs ein Außenkreuz angebracht, das sie der Kirche stifteten. Später wurde das Kreuz noch einmal verändert und mit einer rückwärtigen Beleuchtung versehen.

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