Liebe Freunde des Gemeindebezirks,

Liebe Freunde der EmK Mittelsachsen!

Zur ländlichen Idylle gehört aus meiner Sicht auch ein Bienenhaus.

Selbstverständlich auch viele Blumen und Kühe, natürlich Ruhe und schönes Wetter. Aber ich erlaube mir gerade für die Urlaubs- und Ferienzeit die Bienen in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist ihr Fleiß der mich beeindruckt und natürlich wie sie als Bienenvolk so strukturiert sind. Sie können als Volk wie ein Organismus reagieren, das ist schon spannend. Es sind auch Worte, die in unsere Sprache eingezogen sind, die mich beeindrucken: „emsig wie die Bienen“ z. B., dazu auch die Urverheißung an die Israeliten: „… ein Land, in dem Milch und Honig fließen“.

Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Wenn die Bienen aussterben,

sterben vier Jahre später auch die Menschen aus“. Im Verhältnis zu allem Lärm um uns sind sie leise Gesellen. Unser ganzes Ökosystem ist von ihnen abhängig. Keine Frucht gäbe es an vielen Orten wenn sie – die leisen Gesellen – nicht wären. Und vielleicht beginnt nun hier meine Übertragung in unseren Lebenskontext. Was wären wir wohl in den Gemeinden ohne die leisen Helfer.

Ohne die Kleinigkeiten, ohne die kleinen Beiträge, die einzeln unscheinbar sind. Vielleicht machen ja die kleinen Gesten und die netten Worte zwischendurch mehr Zukunft als wir bisher bemerkt haben. Im Sinne der Bienen müssten wir sagen: Ohne die leisen kleinen Dinge, haben wir keine Frucht. Bei allem Nachdenken in der Ferien – und Urlaubszeit wünsche ich uns auch ein Nachdenken über genau dieses: leise Kleinigkeiten. Wo sehe ich sie?

Wie kann ich sie einbringen? Vielleicht fällt es euch ja wieder ein, wenn ihr einen Bienenstock oder ein Bienenhaus seht. Oder eben einen leisen kleinen Gesellen in einer Blüte brummen hört. Jesus scheint die

Fähigkeit Kleines groß zu sehen gehabt zu haben.

Er sah aber eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein.

Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme

Witwe hat mehr als sie alle eingelegt. (Lk.21,2;3)

Herzliche Grüße und allen Kindern bald schöne Ferien.

Marcel Tappert