Liebe Freunde des Gemeindebezirks,

Liebe Freunde und Mitglieder des Gemeindebezirkes,

Ist es nicht schön, all diese Dinge eines Festgottesdienstes nebeneinander zu sehen? Taufe und Abendmahl, ein Gesangbuch mit dem Hinweis auf gut gesungene und gespielte Lieder. Aber auch – der gute Beobachter wird es wahrnehmen – eine Kollektenschale. Ist es nicht schön, auch die Kasse stimmt.

Es ist schön und es ist ein Grund zur Freude, wenn diese Dinge zusammen kommen. Aber – „aber“ ist in der Kirche ein wichtiges Wort – unser berühmter Theologe namens John Wesley erlaubt sich einen kleinen Hinweis. „Das Wesen der Religion… besteht nicht in irgendwelchen äußeren Handlungen“* Wieder so eine Spaßbremse. Wir wollten uns doch gerade freuen und nun dieser Satz.

„.. so liegt ihr wahres Wesen doch noch tiefer, nämlich im Herzen des Menschen“.* Damit hat er wohl oder übel den Nagel auf den Kopf getroffen. Religion und Glaube gehen weit über die Form hinaus, im Herzen beginnt die richtige Form ihrer Ausübung. All die schönen Dinge eines Festgottesdienstes sind Folgen einer Herzenshaltung, sind Folge eines Glaubens und die Folge der Liebe zu Gott. Der gute John geht dann in seiner Predigt 7 noch ein ganzes Stück weiter: er meint nämlich dort, dass Religion nicht einmal in richtigen Anschauungen oder in Rechtgläubigkeit wurzelt. Er führt alles auf die Herzenshaltung zurück und diese zeigt sich dann in „Gerechtigkeit und Friede und Freude im heiligen Geist“.** In Dingen also die wir nicht einfordern können, sondern die wir geben dürfen. Wie die Kollekte in die Schale, wie die Stimme zum Lied und wie die Freude über ein Leben aus Gott.

Persönlich halte ich mich für einen Menschen, der von ganzem Herzen Zukunft für Kirche und Gemeinde sucht. Dabei bemerke ich, die Baustelle für die Zukunft der Kirche ist die Baustelle ihrer Vergangenheit. Anatomisch macht sie sich auf der linken Seite in unserem Brustkorb bemerkbar. Ist das nicht auch schön?

Herzliche Grüße,

Marcel Tappert

*John Wesley; Lehrpredigten; Edition Ruprecht; Seite 103 und 104

**Römer 14, 17