Liebe Freunde des Gemeindebezirks,

„Es ist vollbracht.“ – Was für ein Osterfest!

Liebe Freunde der EmK Mittelsachsen!

Zwei wuchtige Kreuze bestimmen den Raum unserer Erlöserkirche in

Chemnitz-Hilbersdorf. Das eine aus Holz ist leer: Christus hängt nicht mehr daran. Er ist auferstanden und jetzt durch den Heiligen Geist mittendrin in seiner Gemeinde . Das andere Kreuz ist Teil des Altarbildes aus Spezialputz, ein Werk von Hans-Werner Knauer (1926 – 1989). Jesus trägt das Kreuz. Es liegt auf seiner Schulter, hat ihn in die Knie gezwungen. Die Auseinandersetzung mit Bosheit, Schmerz, Schuld und Tod ist kein Spiel, auch nicht für den Sohn Gottes. Tiefschwarz und überdimensional breit sind einige Konturen : Der Rücken des Kreuzträgers, die Knie, die Balken und … zwei rätselhafte Details.

Vor Jesus „fließt“ ein schwarzer Strich aus seiner Seite in einen runden Stein; hinter ihm markiert ein Querstrich am Fuß eine (Ziel)Linie, die überschritten ist. Schon oft habe ich mich gefragt, was der Künstler damit ausdrücken wollte.

Ist das eine vielleicht das Herzblut Jesu, dass die Erde tränkt und damit das Geschehen von Golgatha für ewig in dieser Welt verankert, so wie der Blitzableiter die Erdung braucht? Und das andere Detail markiert die Schwelle zurück ins verlorene Paradies, das ohne den Kreuzträger nicht zu gewinnen ist?

Wie auch immer: Im Ostergottesdienst werden wir die zwei Kreuze wieder vor Augen haben, wenn wir die Botschaft der Auferstehung hören und singen:

„Keiner bebe! Der Erhöhte ruft uns zu:

Ich war tot und sieh ich lebe!

Leben, leben sollst auch du!“ (Gsb 241,2)

Und dabei wird uns bewusst, was für ein Ostern wir feiern: Es ist der Sieg, der mit Hingabe, mit Schmerz, ja mit Sterben errungen wurde. Es ist der Zugang zum Vaterhaus Gottes – mitten in dieser Welt, wo noch immer millionenfach gelitten wird. Wir feiern also das Leben nicht auf einer Himmelswolke, sondern hier auf dieser Erde mit so vielen globalen und persönlichen Problemen. Denn Jesus Christus hat seinen Weg nicht daran vorbei gesucht, sondern hat sie sich selbst aufgeladen, das Kreuz getragen.

Und nun gilt „Es ist vollbracht.“ Auch für uns. Gott sei Dank!

Mit herzlichen Segenswünschen für eine frohe Osterzeit

Albrecht und Andrea Weißbach